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Naiver Maler/Dichter

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Gedichte

WIENER KAFEEHAUS

Oder:Der Kakao, das Elixier, 

hilft in punkto Liebe dir.

 

Der Wiener liebt seit eh und je, 

Gemütlichkeit und sein Café. 

Wenn er in's Stamm-Café gegangen, 

wurd'er mit Höflichkeit empfangen, 

vom Kellner und vom Zahlmarkör, 

die brachten Zeitungen gleich her. 

Man saß an seinem Tisch bequem

und wurd'gefragt: "Was angenehm?" 

Jawohl, wie immer, bitte sehr,

'ne Schale Gold, heiß, gleich mein Herr. 

Man nahm 'ne Mehlspeis'noch dazu, 

genoß die Köstlichkeit in Ruh'. 

Die Zeitungen genau studiert, 

was 's Neues gibt, wo was passiert. 

Solch' Atmosphär', ganz ohne Lärm, 

die hatten Wiener immer gern'. 

In's Café auch ständig kamen, 

die Herren oft mit ihren Damen. 

Auch Damen, Solo, ganz allein, 

fanden sich sehr oft dort ein 

um Neuigkeiten auszutauschen, 

sich zu treffen und zu plauschen. 

Der Zahlmarkör, er wußt'genau, 

daß Damen trinken gern'Kakao. 

Warum? Das war ihm nicht bekannt.

Er stets vor einem Rätsel stand. 

Er hat 'ne Dame, schon betagt,

"Kakao geniesend" dann gefragt, 

was wohl dieser braune Saft 

bewirkt und nach der Eigenschaft, 

da ihn nur Damen trinken gern', 

und nur vereinzelnd manche Herr'n?

"Das ist doch kein Geheimnis mehr", 

raunt sie in's Ohr dem Zahlmarkör. 

Dann leis': "Des Kakaos Eigenschaft?" 

Er fördert, stärkt, die Manneskraft! 

Auch auf das Liebesleben jeder Frau, 

hat großen Einfluß der Kakao! 

Nach dem Genuß schmiegt man sich gern', 

hoffnugsvoll an junge Herr'n! 

Dies sei empfolen jeder Frau, 

jedem Mann seinen Kakao! 

Es dankt galant der Zahlmarkör. 

Sein Wissen wurd'bereichert sehr. 

Er denkt an seine junge Frau, 

Ja logisch! 

Jetzt trink'ich "Kakao"!

Wiener Stamm-Café

1983

Eitempera & Ölfarbe 

39 cm x 50 cm

(Um zu vergrößern, auf Bild klicken)